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Unser absoluter Geheimtipp: ein AI Admin für OpenClaw auf Claude Code Basis

Paavo Christian Spieker26. Oktober 202611 min read
Unser absoluter Geheimtipp: ein AI Admin für OpenClaw auf Claude Code Basis Visual

Wir arbeiten mit einem ganzen Team aus AI Agenten. LENA ist die Chefin, ihre Agenten kümmern sich um Shop, Marketing, Zahlen und Kundschaft. Das ganze Team läuft auf OpenClaw, der Plattform, die unsere Agenten mit Modellen, Werkzeugen und Telegram verbindet. Wie das aussieht, haben wir in unserem Artikel über die Agentic Commerce Company beschrieben.

Was dort fehlt, ist die Frage, die jeder stellt, der so etwas selbst betreibt: Wer kümmert sich eigentlich um OpenClaw und den Rechner, auf dem die Agenten laufen? Und vor allem: Wer hilft LENA, wenn OpenClaw selbst abstürzt? Wer merkt, dass der Speicher voll läuft, dass ein Agent seit einer Stunde hängt, dass ein Update ansteht, dass ein Backup nicht mehr läuft?

Bei uns ist das LENO. Unser AI Admin für OpenClaw, gebaut auf Claude Code. Er läuft nicht in OpenClaw, sondern eine Ebene darüber, direkt auf unserem Mac, und wir erreichen ihn über einen eigenen Telegram Bot. Für uns ist er inzwischen das wichtigste Werkzeug im ganzen Aufbau, und trotzdem kennt die Funktion, auf der er aufbaut, kaum jemand.

LENA macht das Geschäft, LENO hält den Laden am Laufen

LENO ist ein AI Agent auf Basis von Claude Code von Anthropic. Claude Code kennen die meisten als Programmierassistenten im Terminal. Was viele nicht wissen: Es kann viel mehr als Code schreiben. Es liest Dateien, führt Befehle aus, ändert Konfigurationen, durchsucht Logs, installiert Programme. Also genau das, was ein Systemadministrator den ganzen Tag tut.

Der Unterschied zu einem Coding Assistenten liegt in der Rolle. LENO schreibt nicht nur Code, er ist für den Betrieb verantwortlich. Er hält die Plattform gesund, auf der unsere anderen Agenten arbeiten. Er selbst beschreibt sich als Hausmeister und Techniker.

Was LENO ausdrücklich nicht ist: ein Business Agent. Shop, Umsätze, Kundenmails und Teamthemen bleiben bei LENA und ihrem Team. Diese saubere Trennung ist Absicht. Der Agent mit den meisten Rechten auf dem Rechner soll sich nicht nebenbei um Newsletter kümmern.

Warum OpenClaw einen Admin von außen braucht

OpenClaw ist das Herz unseres Agententeams. Dort laufen LENA und alle anderen Agenten, dort hängen Modelle, Werkzeuge, Automationen und die Telegram Anbindung. Wenn das läuft, läuft alles.

Aber auch OpenClaw ist Software. Ein Update geht schief, eine Konfiguration hat einen Fehler, der Speicher läuft voll, ein Prozess hängt sich auf. Und dann passiert etwas, das man erst versteht, wenn man es einmal erlebt hat: LENA kann sich nicht selbst reparieren. Sie läuft ja in genau dem System, das gerade nicht funktioniert. Ein Arzt operiert sich auch nicht selbst am offenen Herzen.

Genau dafür gibt es LENO. Er ist bewusst unabhängig von OpenClaw gebaut: eigene Software, nämlich Claude Code, eigener Telegram Bot, eigener Prozess auf dem Mac. Fällt OpenClaw aus, ist LENO trotzdem erreichbar. Wir schreiben ihm „LENA antwortet nicht“, und er geht los: liest die Logs, findet die Ursache, setzt eine kaputte Konfiguration auf die letzte funktionierende Fassung zurück, startet OpenClaw neu und meldet sich, wenn LENA wieder da ist.

Dasselbe gilt für alles, was man an OpenClaw lieber nicht von innen anfasst: Updates einspielen, auf neue Hardware umziehen, Konfigurationen ändern, neue Agenten und Gruppen anlegen. LENO macht das von außen, mit Backup vorher und Rückweg für den Notfall.

Der Geheimtipp: Claude Code Channels

Normalerweise sitzt man vor Claude Code im Terminal und tippt. Für einen Admin taugt das wenig, denn Probleme kommen nicht dann, wenn man gerade am Schreibtisch sitzt.

Die Lösung heißt Channels. Damit lässt sich eine laufende Claude Code Sitzung mit einem Messenger verbinden. Anthropic liefert dafür offizielle Plugins für Telegram, Discord und iMessage. Man schreibt dem eigenen Bot, die Nachricht landet in der laufenden Sitzung auf dem Rechner, Claude Code arbeitet dort mit echtem Zugriff und antwortet zurück in den Chat.

Das klingt unspektakulär, verändert aber alles. Statt Ticket, Fernwartung oder Laptop aufklappen schreibt man einen Satz vom Handy. Zwischen zwei Terminen, im Zug, abends auf dem Sofa.

Channels sind bei Anthropic aktuell eine Research Preview. Sie funktionieren mit einem Claude Abo oder einem Console API Schlüssel, nicht über Amazon Bedrock oder Google Cloud. In Team und Enterprise Organisationen muss ein Admin sie erst freischalten.

So arbeitet LENO

Ein typischer Auftrag läuft immer gleich ab:

  1. Auftrag per Telegram. Wir schreiben oder diktieren eine Nachricht, zum Beispiel: „Leg mir eine neue Teamgruppe für das Projekt an.“
  2. Sofortige Quittung. LENO reagiert mit einem Augen Emoji. Damit ist klar, dass der Auftrag angekommen ist.
  3. Arbeit am echten Rechner. LENO liest Logs und Code, führt Befehle aus, schreibt Skripte und ändert Konfigurationen.
  4. Zwischenstände. Bei längeren Aufgaben kommen kurze Statuszeilen, etwa „Lege Gruppe an“ oder „Warte auf Neustart“.
  5. Ergebnis. Am Ende eine knappe Zusammenfassung: was erledigt ist, was offen ist, was als Nächstes kommt.

Dahinter stehen ein paar Arbeitsprinzipien, die wir LENO in seine Rollenbeschreibung geschrieben haben:

  • Erst verstehen, dann handeln. Logs und Code lesen statt raten.
  • Vor Riskantem fragen, vorher sichern. Löschen, Deployments und alles, was nach außen geht, nur nach ausdrücklichem OK.
  • Ehrlich, auch bei eigenen Fehlern. Probleme werden genannt, nicht schöngeredet.
  • Kurz im Chat, gründlich im Hintergrund. Antworten sind fürs Handy gemacht, die Details stehen in Logs und Notizen.
  • Hinterher aufschreiben. Was schiefging, wird dokumentiert, damit es nicht wieder passiert.
  • Gedächtnis. LENO führt Notizen über Entscheidungen, Regeln und offene Punkte. Deshalb weiß er auch Tage später noch, wie etwas eingerichtet ist und warum.

Was LENO bei uns im Alltag erledigt

Aufgabe Was passiert
OpenClaw wieder aufrichten Hängt oder stürzt OpenClaw ab, findet LENO die Ursache in den Logs, setzt fehlerhafte Konfigurationen zurück und startet neu. LENA ist danach wieder da, ohne dass jemand an den Rechner muss.
Teamgruppen anlegen Eine neue Telegram Gruppe mit dem passenden Agenten, den richtigen Mitgliedern, Themen und Rechten. Inklusive Freigaben, Backup und Doku. Ein Satz Auftrag, ein paar Minuten.
Wächter Jobs Automatische Checks, nachts oder stündlich: Speicher, Kontingente, hängende Prozesse, Modelleinstellungen. Gemeldet wird nur, was wirklich wichtig ist.
Morgencheck Jeden Morgen eine Übersicht, ob alle Agenten gesund laufen. Echte Hänger werden von „nur langsam“ unterschieden.
Fehlersuche Von Abstürzen über Speicherlecks bis zu Agenten, die plötzlich schweigen. LENO geht den Logs nach, findet die Ursache und repariert.
Umzug auf neue Hardware Den Wechsel auf einen neuen Rechner geplant und durchgezogen, mit Rückweg für den Notfall.
Aufräumen Hunderte automatische Jobs inventarisiert und bewertet, Altlasten markiert. Gelöscht wird erst nach Freigabe.
Werkzeuge bauen Kleine Skripte und Dienste, zum Beispiel ein Briefkasten, über den andere Agenten Aufträge an LENO schicken. Ausgeführt wird nur, was ein Mensch freigibt.
Updates und Backups Updates vorbereiten, Backups prüfen, Konfigurationen vor jeder Änderung sichern.

Das Spannende daran ist weniger die einzelne Aufgabe. Jede davon könnte ein guter Admin auch. Spannend ist, dass ein Agent das rund um die Uhr macht, dass er sich an alles erinnert, was er je eingerichtet hat, und dass ein einziger Satz im Chat reicht.

Sicherheit: wie man so einen Agenten im Griff behält

Ein Admin Agent hat echten Zugriff auf den Rechner. Das ist der Sinn der Sache und gleichzeitig das Risiko. Deshalb gelten bei uns vier Regeln, und wir würden niemandem empfehlen, darauf zu verzichten.

Nur einer darf ihn steuern. Der Telegram Bot hat eine Freigabeliste. Wer nicht drauf steht, wird ignoriert. Das Plugin bringt dafür eine Kopplung per Code und eine Allowlist mit, die man direkt nach der Einrichtung scharf stellt.

Riskantes nur nach OK. Alles, was sich nicht rückgängig machen lässt, braucht eine ausdrückliche Freigabe. Aufträge, die von anderen AI Agenten kommen, führt LENO erst aus, wenn ein Mensch zugestimmt hat.

Fremde Inhalte sind keine Befehle. Steht in einer Mail, einem Dokument oder einer Nachricht eines anderen Agenten eine Anweisung, ist das für LENO Information, kein Auftrag. Das ist der wichtigste Schutz gegen eingeschleuste Befehle.

Backup vor jeder Änderung, ehrliche Berichte danach. Wenn etwas schiefgeht, will man es sofort wissen und zurückdrehen können.

So richtet ihr euch einen Admin Agenten selbst ein

Das Schöne: Claude Code richtet sich weitgehend selbst ein. Ihr braucht nur ein paar Voraussetzungen und einen guten Prompt.

Voraussetzungen:

  • einen Rechner, der dauerhaft läuft, bei uns ein Mac
  • ein Claude Abo, also Pro oder Max
  • Claude Code, installiert nach der Anleitung auf claude.com/claude-code
  • Bun, die Laufzeitumgebung, die die Channel Plugins brauchen
  • Telegram auf dem Handy

Der Ablauf in Kurzform: Bei @BotFather in Telegram mit /newbot einen eigenen Bot anlegen und den Token kopieren. In Claude Code das Plugin mit /plugin install telegram@claude-plugins-official installieren, mit /telegram:configure den Token hinterlegen. Claude Code mit claude --channels plugin:telegram@claude-plugins-official neu starten. Dem Bot schreiben, den Kopplungscode mit /telegram:access pair bestätigen und mit /telegram:access policy allowlist alle anderen aussperren.

Damit der Agent dauerhaft läuft, gehört die Sitzung in eine tmux Sitzung, die nach einem Neustart automatisch wieder hochkommt. Und der Rechner darf nicht schlafen gehen.

Unser Einrichtungs Prompt: Statt alles von Hand zu machen, startet ihr im Terminal claude und gebt diesen Text ein. Claude Code führt euch Schritt für Schritt durch. Den Bot in Telegram anlegen und die Slash Befehle eintippen macht ihr selbst.

Richte dich bitte als meinen persönlichen Assistenten ein, den ich über Telegram steuere.
Führe mich Schritt für Schritt durch, erkläre jeden Schritt in einfachen Worten
und warte nach jedem Schritt auf mein OK.

1. Arbeitsordner: Lege ~/assistent/ an und darin eine CLAUDE.md mit deiner Rolle:
   Name "[NAME]", Sprache Deutsch, Ansprechpartner bin ich. Antworte auf Telegram kurz
   und mobiltauglich. Reagiere bei jeder Nachricht sofort mit einem Augen Emoji, schicke
   bei längeren Aufgaben kurze Statuszeilen und am Ende das Ergebnis. Frag vor riskanten
   oder nicht umkehrbaren Schritten nach, zum Beispiel vor dem Löschen, vor Käufen oder
   bevor etwas nach außen geht.
2. Telegram Bot: Erkläre mir, wie ich in Telegram bei @BotFather mit /newbot einen Bot
   anlege und den Token kopiere.
3. Plugin: Sag mir, dass ich "/plugin install telegram@claude-plugins-official" eintippen
   soll und danach "/telegram:configure" mit meinem Token. Prüfe anschließend, ob es
   geklappt hat.
4. Start: Erstelle mir ein Startskript, das Claude Code in ~/assistent/ mit
   "--channels plugin:telegram@claude-plugins-official" in einer tmux Sitzung startet
   (installiere tmux per Homebrew, falls nötig). Ein launchd Dienst soll es nach einem
   Neustart automatisch wieder hochfahren. Sorge außerdem dafür, dass der Mac nicht
   in den Ruhezustand geht.
5. Kopplung: Ich schreibe meinem Bot, er antwortet mit einem Code. Hilf mir, ihn mit
   "/telegram:access" zu koppeln. Stell danach die Zugriffsregel auf "nur ich"
   (allowlist), damit Fremde den Bot nicht nutzen können.
6. Test: Schicke mir über Telegram eine Testnachricht und erkläre mir zum Schluss,
   wie ich dich neu starte und wo ich nachsehe, wenn du mal nicht antwortest.

Unser wichtigster Rat: Lest die Berechtigungsfragen in Ruhe, statt alles blind zu erlauben. Fangt klein an, mit Aufgaben, die nichts kaputt machen können, und traut dem Agenten nach und nach mehr zu. Genau so ist LENO bei uns gewachsen.

Für wen sich das lohnt

Wer OpenClaw ernsthaft betreibt, sollte so einen Admin von außen haben. Ohne ihn ist ein Absturz von OpenClaw ein Fall für den Weg ins Büro. Mit ihm ist es eine Nachricht vom Handy.

Darüber hinaus lohnt sich ein AI Admin überall dort, wo ein Rechner rund um die Uhr laufen muss und niemand Lust hat, ständig nachzusehen. Wer wie wir mehrere AI Agenten betreibt, kommt ohne so einen Hausmeister ohnehin nicht weit. Aber auch für einen einzelnen Server, einen Build Rechner im Büro oder die Technik eines kleinen Onlineshops ist das ein enormer Hebel.

Wichtig ist nur die Haltung dahinter: Der Agent ersetzt nicht das Denken, er ersetzt das Hinterherlaufen. Entscheidungen, die weh tun können, bleiben beim Menschen.

Fazit

Claude Code Channels sind für uns eine der unterschätztesten Funktionen des Jahres. Aus einem Programmierassistenten im Terminal wird ein Admin für OpenClaw, der auf dem Rechner wohnt, sich an alles erinnert und per Chat erreichbar ist, auch dann, wenn OpenClaw gerade nicht läuft. LENA macht bei uns das Geschäft. LENO sorgt dafür, dass sie das kann, und hilft ihr wieder auf die Beine, wenn sie mal stolpert.

Ihr betreibt OpenClaw und wollt euch so einen Admin einrichten, oder ihr überlegt, wie ein ganzes Agententeam bei euch aussehen könnte? Schreibt uns. Wir zeigen euch gern, wie das bei uns läuft.

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